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Die
Eingangsloggia an der Marktseite besteht aus originalem Renaissance-Architekturelementen
des sechseckigen Pavillons aus dem "Kräutergärtlein der
Mutter Anna". An den Anschnitten der einzelnen Bauteile sind noch
die Anschlußwinkel von 60 Grad des Sechseckbaus festzustellen.
Die Sandsteinteile, die zum Teil mit Ölfarbe überdeckt und beschädigt
waren, wurden durch Steinrestauratoren restauriert und im Materialzustand
belassen.
Dieser
Einbau und die damit verbundene Aufgabe des runden Torbogens muß
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgt sein. Es war die
Zeit der Wiederholung historischer Baustile, so daß hier das Kuriosum
zu verzeichnen ist, daß Neorenaissance mit echter Renaissance gebaut
worden ist.
Bei der damit verbunden Freilegung einer Maueröffnung von 6 Metern
Breite ist offensichtlich die erforderliche Abstützung des oberen
Geschosses nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden, so
daß sich das gesamte Fachwerk einschließlich des Dachstuhles
an dieser Stelle um ca. 10 cm gesenkt hat. Bei dieser Baumaßnahme
sind offensichtlich auch die Unterzüge, die die Durchfahrtshalle
überspannten angebrochen. Am deutlichsten ist das bei dem später
durch eine Wand abgesttützten Unterzug in der oberen Treppenhalle
zu sehen.
Das bis zum Beginn der Sanierungsarbeiten im Bereich der Fachwerkwand
keine ausreichende Sicherung vorhanden war, wurde im Dachgeschoß
ein Oberzug aus drei verdübelten Balken eingezogen, der die Lasten
über den zarten Sandsteinelementen des ehemaligen Pavillons auf die
starken seitlichen Flankenmauern der ehemaligen Durchfahrt überträgt.
Die Deckenbalken wurden an diesem Oberzug angehangen. Durch entsprechendes
Anziehen der Schrauben wurde die Loggia in dem erforderlichen Maße
entlastet.
Die dazu erforderlichen statischen Berechnungen wurden durch den Statiker
der Ingenieurgruppe Hochbau Dresden, Dr. Richter durchgeführt.
Von dem sechseckigen Pavillon wurden für die Loggia nur 4 Seiten
benötigt. Die beiden nicht eingebauten Postamente standen in einem
Garten in Annaburg und befinden sich zur Zeit nach einer restauratorischen
Behandlung in den Gewölberäumen an der Holzdorfer Straße.
Die
originale Farbigkeit der Loggia wurde einschließlich der seitlichen
Wandbilder in
Originalzustand restauriert. Die beiden kleinen Wandbilder waren in der
Bildfläche vollständig zerstört, so daß nur die Rahmen
restauriert werden konnten.

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